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Württ. Tssd
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Württ. Tssd
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Uwe Haas
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 16.03.2008
Beiträge: 265

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Hallo Freunde,

wer hat denn nun alles eine Tssd gebaut?

Ich möchte diesen alten Pfad hier noch einmal beleben und einige wenige Bilder sowie über "Erfahrungen" vom Bau der Tssd berichten.

Vor ca 2 Jahren hatte ich mich zum Kauf der Tssd entschlossen. Das Bild auf der seit Jahren ungepflegten Henke-Seite war doch zu schön um "Nein" zu sagen. Ich kannte die bisherigen Henke-Modelle als Bausatz - die, egal ob HF 110 oder IVk, kein Problem darstellten.

Also ran an die Tssd. Wie immer schöner Bausatz in Holzkiste mit den üblichen Bauteilen und einer wirklich gut gemachten Bauanleitung - diesmal richtig gut bebildert mit Beschreibung etc - wirklich fein. Da kann eigentlich nix schief gehen.
Erste Überraschung - lediglich der Antriebsstrang ist vorgefertigt - Triebwerksbau diesmal beim Käufer - das war neu. Aber auch hier Entspannung - gut beschrieben und Triebwerksteile aus Metall - müßte passen.

Wider den Vorgaben der Bauanleitung habe ich mich zuerst über den Bau von Gehäuse/Kessel hergemacht. Sehr detailreich und jeder Schritt gut beschrieben - wären da nicht die zahlreichen Fehlteile gewesen - aber vergessen, dank der Bauanleitung konnte ich problemlos nachfordern. Also "Obenrum" ging es fast reibungslos.



"Obenrum" fast fertig

Spannender dann der Bau des Fahrwerks. Henke empfiehlt den Vorder- und Hauptrahmen und damit den kompletten Antriebsstrang (Kardanwelle) mit den beigefügten Zurüstteilen zu komplettieren - dann alles zu zerlegen und zu spritzen. Dem habe ich mich widersetzt und "untenrum" alles in einem Schritt gespritzt. Klar, dass man alle Öffnungen zum Antrieb und zu Stellen der Stromabnahme gut abdecken sollte. Hat auf den ersten Hieb funktioniert. Nun die Räder wieder einbauen - Stromabnahme sicherstellen - mit Motor verlöten und nun können die ersten Schritte auf dem Gleis folgen.



"Untenrum" fast fertig - die ersten "Schritte" können folgen

Da kam die Ernüchterung. Ja die Lok fuhr - auch problemlos bei 2 Volt angefahren - alles schick - aber der Geräuschpegel war beispiellos. Von der IVk war mir - aufgrund der Kardanwelle - bereits ein leichtes "Schnattern/Ratschen" des Antriebs bekannt - aber eben verträglich. Die Tssd war bei diesem Geräusch nicht zu toppen. Also wieder alles demontiert und nach den Lärmerzeugern gesucht - Lagersteine der Kardanwelle stärker befestigt/weniger stark befestigt - Distanzringe auf der kardanwelle rauf/runter - irgendwann (nach der gefühlt 20. Demontage) hatte ich den Lärmpegel halbiert. Zwischenzeitlich Kontakt mit den Vätern und Experten der Tssd aufgenommen und eine Reihe von Fragen platziert was man denn noch machen könnte. Dank an die Freunde Berberich, Spieth und Gutschow (Henke), welche alle mit guten Ratschlägen aushalfen. Jedenfalls Lärm halbiert - aber Freunde waren die Lok und ich noch nicht.

Nun war ich laut Bauanleitung schon so weit - "nur" noch das Triebwerk - dürfte ja schnell zu machen sein.
Da ein mitlaufendes Triebwerk sehr schnell zu einem Problem werden kann, habe ich mir vorsorglich alle Kreuzköpfe und zugehörigen Gleitbahnen im ausgebauten Zustand angeschaut und mittels Feile zur absoluten Leichtgängigkeit verdammt. Vom Kreuzkopf drohte nun kein Gefahr mehr. Anschliessend wurden alle 4 Treib- und Kuppelstangen provisorisch auf die Kuppelzapfen aufgesetzt und das Spiel geprüft. Auch dies hat sich im Nachhinein als "goldrichtig" erwiesen, denn lieber dort etwas mehr Spiel, dies verhindert Blockaden. Alle Bohrungen der Stangen wurden in der Folge etwas aufgeweitet (Rundfeile).

Anschliessend alles provisorisch an der entsprechenden Radsatzgruppe montiert und Triebwerk durchgedreht und auf Leichtgängigkeit geprüft -läuft. Auf die Kuppelzapfen Distanzringe aufgebracht, Gleitbahnen mit dem Steuerungsträger verklebt, weitere Triebwerksteile angebaut und ebenfalls unlösbar verbunden. Durchgedreht - läuft. Dies 4x durchgeführt - uff!



Das Triebwerk ist dran - schwere Stunden liegen vor uns

Endlich erste Testfahrt - Gehäuse drauf - und los gehts. Im geraden Gleis anfänglich kein Problem - wir wurden Freunde. Das Geräusch natürlich mit von der Partie. Erste Bogenfahrt - Entgleisung. Mmh - hat der Vorderwagen einen Anschlag? Ne war nicht. Tender Voraus kein Problem - ja klar das Gewicht der Lok liegt auf dem hinteren Teil. Also wieder neu eingestellt (Verbindung Vorderwagen und Hauptrahmen) - läuft.
Dann wollen wir mal den ersten Zug fahren - Überraschung - die Henke-Kupplungen korrespondieren nicht mit der Kuppelstange. Brummelnd die Kuppelstange umgearbeitet - läuft.
Rollbockzug fährt - bis zur nächsten Kurve - Entgleisung. Grund - Hebelwirkung der Kuppelstange auf den Hauptrahmen und Vorderwagen entgleist. Kupplung nochmals angepasst.
Erneuter Versuch - keine Hebelwirkung - aber plötzlich steigt die Lok im hinteren Teil auf und blockiert. Fahrt in andere Richtung unkritisch. Was war passiert (Erkenntnis nach 3 Stunden Ursachenforschung und erneuter Zerlegung der Lok - unser freundschaftliches Verhältnis kühlte sich deutlich ab) - die Kuppelstange des hinteren Triebwerks hatte sich am Steuerungsträger verklemmt. Der Steuerungsträger blockierte die Kuppelstange sowohl seitlich (also bei der Absenkung des Kuppelzapfens), als auch in oberster Stellung des Kuppelzapfens beim Anschlag der Stange an den Träger.
Das sind natürlich die Momente wo man ... - es galt nun die Steuerungsträger im eingebauten Zustand ohne Zerstörung der Kuppelstangen nachzuarbeiten. Mit kleinsten Feilen und dem Dremel ist auch dies gelungen.
Nun fährt sie wieder ...



Klar zum Anheizen

Fazit - was hier so leicht beschrieben ist hat schon Nerven gekostet. Wäre dies mein erster Bausatz - vermutlich hätte ich ihn nie beendet.

Diese Zeilen mögen anderen "Bastlern", bei denen der Bausatz noch im Regal liegt, den Spaß nicht verderben und Anregung sein, alle Bauteile und deren Funktion sowie die Reihenfolge der Montage im Vorfeld genauestens zu prüfen. Dies erspart erheblich Frust.

Ende gut - alles gut (hoffentlich) - sie läuft und macht einen sehr guten Eindruck. Dank an den "Vater" des Modells und Denkanstoß an alle Kleinserienhersteller - jetzt wäre noch ein Wagen (Kuppelwagen) sehr schön.



Erste Einsätze auf sächsischer Infrastruktur.




So hatte ich mir dies im Endzustand gedacht.



Viele Grüße von Uwe


PS, das geräusch habe ich mit reichlich Fett (abgeölt wie eine große Lok) bekämpft und nochmals halbiert - diesbezüglich sind wir nun Freunde.
09.02.2020, 16:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
martin
begeisterter Schreiber


Alter: 67
Anmeldungsdatum: 21.02.2008
Beiträge: 4045
Wohnort: 31177 Harsum

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Moin Uwe,

da hast du, nach allen Widrigkeiten, eine tolle Lok auf die Räder gestellt !

Viel Spaß mit deine Tssd !

_________________
viele Gruesse aus der Hildesheimer Boerde

Martin

DelTang-Funkloks, 1: 45 ,
Feld- und Waldbahn, 0e,
09.02.2020, 18:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
RS1325
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 07.09.2007
Beiträge: 487

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Klasse Bilder !

Gruß
Roland
10.02.2020, 19:46 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
feldbahnheini
Schreiber



Anmeldungsdatum: 07.02.2009
Beiträge: 43
Wohnort: Region Stuttgart

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Hallo Uwe,

schöne Bilder einer schönen Lok! Das Fabrikschild am Dom könnte man noch ergänzen. Der Einsatz des (6-)Pufferwagens würde aber den Umbau der unteren beiden Lampen am Führerhaus nach sich ziehen.

https://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=6-361082-1

Beim Rangieren gab es da unschöne Quetschungen beim Original auf der Buchauer Bahn. So gab es versetzte, moderne (Triebwagen-)Lampen.

Mit Kuppelstange sieht das doch auch sehr authentisch und schön bei Dir aus!

Gruß Wolfram
15.02.2020, 22:19 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Uwe Haas
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 16.03.2008
Beiträge: 265

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Hallo Wolfram,

Dank für Deine Anregungen und vorallem für das Bild. Grüße von Uwe
16.02.2020, 10:00 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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