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Trusebahn Kombiwagen TB1 - Teil 1

 
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Trusebahn Kombiwagen TB1 - Teil 1
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Armin-Hagen Berberich
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 558
Wohnort: 71665 Vaihingen/Enz

Beitrag Trusebahn Kombiwagen TB1 - Teil 1 Antworten mit Zitat
Ein nicht alltäglicher Wagen einer deutschen Schmalspurbahn, der schon fast vergessen ist.

Die Trusebahn habe ich erst kennen gelernt, als vor Jahren Steffen Dietsch im EK Verlag sein kleines Buch zu dieser längst abgebauten Schmalspurbahn veröffentlichte. Die 9 km lange Strecke erschloß von Wernshausen aus das Trusetal am Westrand des Thüringer Waldes. Das Buch und der Kontakt zu Steffen haben mir beim vorbildgerechten Bau des Modells sehr geholfen.

Das zweite Ereignis, das mein modellbahnerisches Interesse an den Fahrzeugen der Trusebahn erweckte, war vor ein paar Jahren die Initiative von Wolfgang Bayer. Er konstruierte und entwickelte Ätzplatinen der zweiachsigen Güterwagen der Trusebahn für die Spur 0e. Wolfgang gab diese Ätzplatinen an bekannte Modellbahner ab.

Nun hat Wolfgang erneut die Initiative ergriffen und Ätzbleche sowie Frästeile für das 0e Modell des sogenannten Kombiwagens der Trusebahn konstruiert. Dazu hat er noch Hinweise zu dem von ihm angedachten Zusammenbau geschrieben. Die Konstruktion des Wagens baut auf Ätzblechen auf, das heißt Teile, wie z.B. Radlager, Feder oder Kupplungen werden aus mehreren Schichten aufeinander gelötet. Dreidimensionale Gußteile konstruierte Wolfgang nicht.

Mein Interesse war natürlich groß und er überließ mir einen Satz Ätzplatinen und Frästeile für diesen Wagen. Wer meine Handschrift als Modellbauer kennt, der wird gleich fragen „... und was hast Du gemacht....?“. Vorne weg, die Platinen und die Frästeile sind erste Sahne, alles ist stimmig und alles paßt mit nur kleinen Versäuberungen der Ätzkanten zusammen. Der Wagen ist in Baugruppen so aufgebaut, daß er den späteren Lackiergängen entspricht, was die Abklebearbeiten reduziert.

Der Schwerpunkt meiner Ergänzungen lag bei den dreidimensionalen Ansetzteilen, da ich bin kein Freund der Schichtbauweise bin. Diese wurden durch Messinggußteile aus meinem eigenen Programm ausgewechselt. Natürlich paßten sie nicht immer eins zu eins und mußten entsprechend umgebaut und verändert werden. Dazu kamen dann noch gänzlich fehlende Teile und einige Drehteile.

Eine komplett andere Lösung war bei den Kupplungen gefragt. Die vorgesehene Deichsellösung, deren Befestigung an der Bodenplatte vorgesehen war paßte nicht zu meinen Kupplungen. Wie auf einer Angebotszeichnung erkennbar, waren die Kupplungen mit großer Wahrscheinlichkeit an den Drehgestellen befestigt. Auch hier sollte das Original nachempfunden werden.

Jetzt sind alle Messing- und Lötarbeiten abgeschlossen. Wenn es wieder wärmer ist, wird das Modell kurz vor den Lackierarbeiten sandgestrahlt (ich lackiere nur im Freien). Bis dahin stehen noch die Arbeiten für die Inneneinrichtung an. Begonnen wird mit den Polystyrolplatten für die Innenböden und die Zwischenwände. Danach werden die Plexiglasplatten der Fensterverglasung eingepaßt. Zuletzt geht es an die 3D Konstruktion der Sitze. Das wird wieder einige Zeit dauern, dafür ist es unser Hobby.

Eine Trittstufe ist auf den Foto etwas verbogen, das kann passieren, sie muß einfach wieder gerichtet werden. Zuletzt fehlen noch die Briefeinwurfklappen. Die habe ich schon als 3D Druck von meinem Plettenberger PwPost, sie werden aber erst nach dem Sandstrahlen angeklebt. An den Kupplungen fehlen noch die Magnete und die Bügel, die werden erst nach der Lackierung eingebaut. Ebenso fehlen im Moment noch die Fensterrahmen und Fenstergitter, die ebenfalls nach der Lackierung von eingebaut werden.

Obwohl noch die komplette Inneneinrichtung hinzu kommt, bringt das Modell jetzt schon 425 g auf die Waage. Es ist damit beileibe kein schmalspuriges Leichtgewicht. Was noch fehlt ist eine zugkräftige und passende Lokomotive, bis dahin heißt es eben improvisieren. Das sind wir als Modellbahner ja gewöhnt.

So nun schaut Euch die Fotos des im Rohbau fertig gebauten Modells an. Die Fotos des fertig lackierten und beschrifteten Wagens werde ich im Frühjahr in einem zweiten Teil hier einstellen.

Grüße aus VAI
Armin.



















25.01.2021, 13:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
lokonaut
Administrator


Alter: 53
Anmeldungsdatum: 02.01.2007
Beiträge: 2378
Wohnort: Gernsheim

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Hallo Armin,

immer wieder beeindruckend, was du auf die Schienen stellst!

Habe auch noch einen Bausatz von Wolfgang Bayer liegen (den Mansfelder Schüttgutwagen). Seine Konstruktionen komplett aus Flachware sind genial, die Ergebnisse erstaunlich, aber wenn man die Vielzahl der Teile betrachtet auch ein bisschen abschreckend. Löten sollte man da nicht nur können, sondern auch mögen. Ich kanns leider nur so gut, dass ich es nicht besonders mag.
Hut ab vor allen, die solche Bausätze nicht nur schubladieren sondern auch montieren.

Als "AHA-Bausatzbezwinger" ist mir noch die Konstruktion der Drehgestelle positiv aufgefallen - so hätte Axel das damals besser auch gelöst. Vielleicht kann ich es aber so oder ähnlich auch an den AHA-Drehgestellen umsetzen. Naiv wie ich bin, habe ich da die Originalräder drin verbaut, d.h. ich muss sowieso noch mal ran...

Aber zurück zur Trusebahn, zwei (oder drei) Fragen hätte ich noch zur Konstruktion:
Die geätzten Türen an der Bühne gefallen mir besonders gut. Sind die aus einseitig angeätzten 0,4er Blechen?
Die "Deckleisten" an den Seitenwänden sind (zusammen mit den verschnörkelten Dachstützen) ein zusammenhängendes Teil?
Und die Fensterbretter werden vermutlich einzeln eingelötet?

Ich wünsche dir (und mir und uns alllen) möglichst bald Lackierwetter!

_________________
Viele Grüße

Alexander
25.01.2021, 17:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Armin-Hagen Berberich
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 558
Wohnort: 71665 Vaihingen/Enz

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lieber Alexander,

das ist alles nicht so schwer, richtiges Werkzeug und Geduld, dann klappt das Löten spätestens beim zweiten oder dritten Messingwagen. Vielleicht war auch noch eine Lokomotive dazwischen.

Zu Deinen Fragen:
- die Türgitter sind nicht separat geätzt sondern auf einer der Platinen als komplette Elemente mit drauf. Die Platinen sind 0,5 mm dick, die Gitter also halb so dick.
- die Wände sind in Sandwichbauweise aus jeweils zwei Blechen. Innen ein komplettes 0,5 mm Blech, außen ebenfalls ein 0,5 mm Blech, das an den entsprechenden Flächen dünner geätzt ist, so entstehen die äußeren Abdeckleisten und die Tür- und Fensterprofilierungen. Die Dachstützen sind am inneren und äußeren Blechen vorhanden und müssen wie die gesamten Bleche flächig miteinander verlötet werden, dadurch wird alles sehr stabil. An den Ecken ist ein Blech in der Länge an jeder Ecke um 0,5 mm kürzer, so gibt es eine Z-förmige Eckausbildung, die nach dem Löten bombenfest ist. Im Bereich der Fenster ist das innere Blech ausgespart, um später die Fensterrahmen einzulegen.
- die Fensterbretter sind geätzte Leisten mit Eckaussparungen, die einzeln eingelötet werde

Grüße aus VAI
Armin.
25.01.2021, 17:56 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
hespertalbahn
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 12.12.2006
Beiträge: 506
Wohnort: Sauerland

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Armin,

sehr schön !

Vielen Dank für's Bauen und Zeigen.
Im Vergleich zu dem vor einigen Jahren angebotenen Wagen-Bs von Ralf Denke dürfte dieser Bausatz (und das mögliche Ergebnis) wohl besser sein, oder ?

Gruß
Dirk
25.01.2021, 19:14 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Armin-Hagen Berberich
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 558
Wohnort: 71665 Vaihingen/Enz

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hallo Dirk,

von besser oder schlechter möchte ich nicht reden. Es sind grundsätzlich andere Konstruktionsansätze, die beide ein Für und Wider haben. Es ist mit Sicherheit nicht Jedermanns Sache z.B. Messinggehäuse in Sandwich Bauweise zu löten oder Bauteile in Faltbauweise zusammen zu klappen. Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß beide Modelle reine Platinenbausätze sind, die keine Messinggußteile enthalten, die das Erscheinungsbild wesentlich beeinflussen. Die Väter beider Modelle weisen ausdrücklich darauf hin, daß jeder nach seinen Vorstellungen sein Modell ergänzen und detaillieren kann.

Wenn Du z.B. meine Drehgestelle siehst, dann darf Du diese nicht mit denen des puren Bausatzes vergleichen. Auf der Platine sind die Teile für die Seitenwangen und vielen Kleinteile um in Schichtbauweise die Radlager und die Feder dazustellen. Dazu gibt es noch die Frästele für die Brücke. Bei meinem Drehgestell habe ich alle angesetzten Teile durch Messinggußteile ersetzt. Zusätzlich habe ich Niete gesetzt, die Bremsdreiecke und die Umlenkung der Bremsstangen eingebaut und die Querprofile an den Köpfen der Drehgestelle eingebaut. Beschrieben habe ich schon, daß auch die Kupplungsaufnahme selbst gemachte Bauteile sind.

Warum sage ich das? Der Modellbauer kann beide Modelle in dieser Art zusätzlich aufwerten. Ich würde mir zutrauen, daß das Ergebnis beider Bausätze dann gleichwertig wäre. Natürlich ist ein Bremsschlauch als Messinggußteil besser wie ein geätzter Bremsschlauch oder gar keiner. Eines kann man auf jeden Fall festhalten, die Platinen von Wolfgang Bayer sind komplette Neukonstruktionen, die maßlicht absolut korrekt sind. Ralf Denke hat immer darauf hingewiesen, daß Grundlagen seiner Bausätze eine 1:87 Konstruktion ist, die auf 1:45 hochvergrößert wurde. Daß dies zu maßlicher Unkorrektheit führen kann oder zusätzliche Aussteifungen erfordert, dürfte jedem Modellbauer klar sein.

Grüße aus VAI
Armin.
25.01.2021, 20:25 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Armin-Hagen Berberich
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 558
Wohnort: 71665 Vaihingen/Enz

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noch eine kleine Ergänzung zu meinem Beitrag von eben. Ralf Denke hat sein Modell damals beworben, daß es für Modellbahner gedacht ist, die Erfahrung im Messingmodellbau sammeln möchten. Das bedeutet, daß bei der Konstruktion des Bausatzes natürlich Zugeständnisse gemacht wurden. Im Gegensatz zur Konstruktion von Wolfgang Bayer, hier hat ein Modellbauer ein Modell entwickelt, das keine Kompromisse eingeht und sich an erfahrene Modellbauer wendet.

Grüße aus VAI
Armin.
25.01.2021, 21:48 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
Bust
Schreiber



Anmeldungsdatum: 21.02.2013
Beiträge: 34

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Hallo Armin,

Absolut phantastisches Model! Vielen Dank, wie immer, fürs Zeigen.

Eine rein praktische Frage zu deiner Erklärung der Sandwich-Bauweise hätte ich noch: Wie lötest du denn in der Regel die Bleche flächig aufeinander? Widerstandslötgerät, Flamme oder eventuell ein anderer Geheimtrick?

Beste Grüße aus Kopenhagen,
Bastian


Zuletzt bearbeitet von Bust am 26.01.2021, 08:26, insgesamt einmal bearbeitet
25.01.2021, 22:16 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
RoFra
begeisterter Schreiber


Alter: 35
Anmeldungsdatum: 07.06.2009
Beiträge: 521
Wohnort: Treptow

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Da bin ich gespannt. Als Vorbild oder Kulisse halte ich die Trusetalbahn für sehr interessant. Eine kleine kompakte Bahn mit einem kleinen aber interessanten Fuhrpark (Henneberg, eben die hier gezeigten Kombiwagen).

Ick habe schon mit einer Mischung aus Bewunderung und Neid (mehr von ersterem!) auf die Güterwagen von dir geschaut. Auch schön zu lesen, dass ich nicht der einzige bin der sich erstmal nicht an solche Bausätze ran traut, der angsprochene Mansfelder Wagen leigt hier nämlich auch noch rum.

_________________
from prussia with love
26.01.2021, 06:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen ICQ-Nummer
Armin-Hagen Berberich
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 23.11.2006
Beiträge: 558
Wohnort: 71665 Vaihingen/Enz

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lieber Bastian, Grüße nach Dänemark.

zur Frage der Löttechnik habe ich einen neuen Ast aufgemacht
https://www.kostenloses-forum.com/board/viewtopic,nxu,01642644nx1878,p,82884.html#82884

Da dies auch andere Leser interessieren könnte und vielleicht auch zu weiteren Hinweisen und Diskussionen anregt, sollte es nicht beim Trusebahn Wagen geführt werden

Grüße aus VAI
Armin.

26.01.2021, 09:57 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
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