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Mein neues Projekt, eine ungarische C50
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Mein neues Projekt, eine ungarische C50
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Claus60
begeisterter Schreiber


Alter: 59
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 332
Wohnort: Lehmden

Beitrag Mein neues Projekt, eine ungarische C50 Antworten mit Zitat
Hallo.
Nachdem die GEC im Prinzip fertig ist, wollte ich, obwohl es eigentlich noch genug andere "Baustellen" gibt, trotzdem mit meiner ersten komplett selbst konstruierten 0e Lok anfangen. Na gut, als Fahrwerk kommt ein H0 Großserien- Fahrwerk zum Einsatz, von daher wohl eher nur das Gehäuse selbst konstruiert, egal. Das Projekt ist eher langfristig angelegt. Mit sichtbaren Ergebnissen ist wohl frühestens im nächsten Jahr zu rechnen.

Als Vorbild habe ich mir die ungarische C50 ausgesucht. Die C-50 ist ein weit verbreiteter Loktyp der ungarischen Schmalspurbahnen und Feldbahnen. Die Herstellung der zweiachsigen Lokomotiven hat 1952 angefangen. Bis 1968 wurden insgesamt mehr als 250 Exemplare in praktisch allen Spurweiten zwischen 600 und 1000 mm gebaut. Zur Konstruktion wurden teilweise LKW Komponenten verwendet, was der Lok ihr uriges, unverwechselbares Aussehen verleiht. Sie hat etwa 50 PS / 37 KW und wiegt 7 Tonnen. keine wirklich beeindruckenden Werte. Sie wären es nicht mal für LKW. Trotzdem erreicht sie eine Höchstgeschwindigkeit von immerhin 30 Km/h und wurde über 250 Mal gebaut.

Das Gehäuse besteht im Prinzip aus 3 Quadern mit ausschließlich rechten Winkeln. Die Vorbauten sind kleiner und das mittig angeordnete Führerhaus überragt die Vorbauten sowohl in der Höhe als auch in der Breite. Lediglich die Kanten der Würfel sind etwas abgerundet, die einzige Schwierigkeit bei der Formgebung. Trotzdem oder gerade deswegen gefällt mir die C50 und wird nun meine erste Eigenkonstruktion werden.

Das Fahrwerk meiner geplanten C50 stammt erneut, wie schon der Antrieb der GEC von einer Roco Köf3. Das zweite Fahrwerk hat einen völlig anderen Motor, ohne Schwungmasse aber dafür mit imitiertem Lüfterrad, so das es, obwohl ursprünglich als „Motor- Spender“ für die GEC geplant, jetzt als Basis für eine C50 dient. Der eigentliche Lok- Rahmen ist aber, trotz unterschiedlicher Motorisierung, identisch. Deswegen passt das C50 Gehäuse, sofern es irgendwann mal fertig ist, vermutlich auf jede Roco H0 Köf 3.

Das Modell soll komplett mit meinem Werkzeug- Bestand (CNC Fräse, Laser, ggfs. im Notfall 3D- Drucker) bei mir zu Hause entstehen. Außerdem sollen sich die Kosten so niedrig wie möglich gestalten. Ich hoffe, das ich ohne Technik (Fahrwerk, Empfänger Akku) nicht viel über 10-20¤ an Materialkosten hinaus komme.

Deswegen würde ich die geplante C50 eher als, wie man bei den RC- Modellbauern gerne sagt, "Semi-Scale" Modell einstufen. Also eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Vorbild soll durchaus vorhanden sein, auch sollen die Proportionen in Etwa stimmen. Aber eine bis zur letzten Niete und auf den 1/100 mm exakte Nachbildung ist nicht geplant. Dazu fehlen mir auch eindeutig die Fähigkeiten.

Als Ausgangsbasis dient zum größten Teil eine 2- Seiten Ansicht, die überall im Internet kursiert. Deswegen lässt sich (zumindest für mich) der ursprüngliche Autor der Zeichnung leider nicht mehr ermitteln, weswegen ich ihn auch nicht erwähnen und mich bei ihm bedanken kann.



Ergänzend werden diverse Fotos vom Vorbild und auch von Modellen der C50 heran gezogen. Da es die C50 sowohl mit hoch ausgeschnittenen Seitenteilen gibt (wie auf der Zeichnung) aber auch mit tiefer herunter gezogenen Seiten, werde ich die zweite Version nachbilden. Ein Public Domain Foto der C50 mit tiefen Seiten habe ich auf Wikimedia gefunden. Ich habe es etwas aufgearbeitet, damit man die Seiten besser erkennen kann.



Durch die tief herunter gezogenen Seiten sieht man die maßstäblich ja zu kleinen Details des Roco H0 Fahrwerks nicht so deutlich. Die Zeichnung selbst habe ich mir, exakt auf 1:45 skaliert ausgedruckt. Auf diese Weise kann ich leicht die benötigten Maße direkt aus der Zeichnung abnehmen.

Das H0 Köf Fahrwerk hat tatsächlich eine bis auf wenige 1/100 mm den exakt passenden Achsstand. Die Räder haben, zumindest wenn man die (natürlich) zu hohen Spurkränze mit berücksichtigt auch ziemlich exakt den passenden Durchmesser.



Die noch verbleibenden Ungenauigkeiten bei Achsstand und Rad- Durchmesser kann man meiner Ansicht nach vernachlässigen. Auch die Höhe des Umlaufblechs passt genau, wenn ich das neue Umlaufblech, wie geplant aus 2 mm dickem Polystyrol fräse.

Alles in allem passt das Roco Fahrwerk also sehr gut.



Damit man sieht, wie klein die C50 eigentlich ist, habe ich meine GEC mal auf die 1:45 Zeichnung gelegt, als Größenvergleich.



Die GEC ist doch erheblich größer und wuchtiger als es die C50 sein wird, obwohl dasselbe Fahrwerk zum Einsatz gekommen ist. Und das wo sie eher ein 0n30 Modell, also eher im Maßstab 1:48 gehalten ist.

Die Teile sollen vor allem aus 1 und 2 mm Polystyrol gefräst werden. Dazu kommen Teile aus Karton, den ich mit dem Laser schneiden will, wenn er eingetroffen ist. Die Karton Teile sind vorrangig für Details (Fensterrahmen, Türen, Scheibenwischer, usw) gedacht, wohingegen die PS Teile die Gehäuse- Basis darstellen. Die abgerundeten Ecken werde ich aus 3mm Viertelrundstäben (verfügbar von Aeronaut und z.B. auch bei architekturbedarf.de zu beziehen) herstellen, so das nur an den Ecken richtig geschliffen werden muss. Die Rundungen an der Seite sind dadurch vorgegeben und gleichmäßig.

Da diese Konstruktion doch etwas aufwändiger werden wird, habe ich beschlossen, die Zeichnungen zuerst in einer CAD Software (vielleicht LibreCAD) zu erzeugen. Wie es dann weiter geht, steht noch nicht fest. Eine Variante wäre, die DXF Zeichnung in Carbide Create zu importieren um hier die Pfade und den G-Code zu erzeugen. Eine andere, besonders für die Laser- Teile interessante Variante wäre es. die Zeichnungen entweder gleich in Inkscape zu erzeugen oder die DXF in Inkscape zu importieren und daraus den Laser- G Code zu generieren. Es gibt nämlich sowohl ein "klassisches" G-Code Plugin für Inkscape (das Russische, wo aber inzwischen die Dokumentation auch auf Englisch besser geworden ist) als auch ein Plugin speziell um G-Code für Laser Cutter zu generieren.

Daneben könnte es auch interessant sein, alles gleich in FreeCAD zu machen. Damit lassen sich 2D und 3D Konstruktionen (für die ich bisher eher OpenSCAD verwendet habe) erledigen und es gibt, auch wenn ich es seinerzeit bei meinen Recherchen nicht gefunden habe, tatsächlich ein CAM Modul. Es nennt sich "Path Workbench", weswegen ich das wohl bisher nicht entdeckt habe. Damit müsste man nur ein Programm "für Alles" lernen, auch wenn FreeCAD sich eher an fortgeschrittenere "Konstrukteure" richtet, also nicht besonders leicht zu erlernen sein wird. Man kann auch eine extern erzeugte DXF Zeichnung in FreeCAD importieren und dort weiter bearbeiten, also auch den G-Code generieren lassen.

LibreCAD ist leicht zu erlernen. Dafür gibt es auch unzählige Tutorials. Allerdings kann man in LibreCAD auf jeden Fall nur die eigentliche 2D- Konstruktion erledigen. Das Umwandeln der Zeichnung in Steuer- Code für meinen Maschinenpark geht damit nicht, genau so wenig wie 3D.

FreeCAD ist sehr viel mächtiger, dafür aber auch schwerer zu erlernen und hat seinen Schwerpunkt eher bei der 3D Konstruktion

Inkscape hingegen ist eher ein "freies, kostenloses CorelDraw" und deswegen eher nicht optimal für CAD Konstruktionen geeignet. Dafür halt einfach zu bedienen und mit Plugins zum direkten Erzeugen des G-Codes ausgestattet.

Alle genannten Programme außer Corel Draw sind für jedermann kostenlos nutzbar und, bis auf Carbide Create, sogar OpenSource.

Anfangen werde ich mit der Konstruktion des Umlaufblechs, das ja an das Roco Fahrwerk angepasst und mit diesem verbunden werden muss. Vermutlich muss auch am Fahrwerk im Bereich des Original Führerhauses etwas weggefräst werden, da die C50 in 1:45 eher schmaler ist als die Köf3 in 1:87. Das wird sich aber während des Baus zeigen.

Sobald es neues zu sehen gibt, werde ich weiter berichten.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)ein Modellbahn- Blog
03.09.2019, 19:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Hobby45
Schreiber


Alter: 62
Anmeldungsdatum: 09.09.2007
Beiträge: 30
Wohnort: Wüstheuterode

Beitrag Ungarische C-50 Antworten mit Zitat
Hallo Claus ,
wenn auch folgendes eine kleine Hilfe ist dann schau mal durch :

http://www.laev.hu/index.php/papirmakettek/c-50-es-dizelmozdonyok/laev-c02-407
http://www.laev.hu/index.php/papirmakettek/c-50-es-dizelmozdonyok/laev-c02-408

Die Bastelbögen der zwei Varianten der C-50 und die Zeichnung sind vielleicht doch unterstützend.

mfG

Hobby45
08.09.2019, 11:30 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
teetrix
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 31.10.2007
Beiträge: 2542
Wohnort: Rhein-Main

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Claus,

ich nutze bei meinem Emblaser Lightburn, hier gibt es auch eine Version, die nur den GCode erzeugt:

https://lightburnsoftware.com/products/lightburn-gcode

Viele Grüße

Michael

_________________
Meine flickr-Seite hat nicht nur Eisenbahnfotos zu bieten: https://www.flickr.com/photos/teetrix/
08.09.2019, 12:15 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Bust
gelegentlicher Schreiber



Anmeldungsdatum: 21.02.2013
Beiträge: 10

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Hallo Claus,

Eine weitere Alternative, die ebenfalls sowohl CAD/Zeichnung wie auch CAM/G-Code übernehmen kann, wäre Fusion360. Nutzen wir hier im lokalen Makerspace für fast alles und ist für Freizeitnutzer kostenlos.
Kann natürlich sehr viel mehr als man eigentlich für 2-3 Frästeile braucht, aber ich habe schon einige Einsteiger hier gesehen, die relativ schnell damit zurecht gekommen sind.

https://www.autodesk.de/products/fusion-360/overview

Beste Grüße aus Dänemark,
Bastian
08.09.2019, 20:43 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ulrich Thorhauer
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Anmeldungsdatum: 28.11.2006
Beiträge: 82
Wohnort: Lübbenau/GT Eisdorf

Beitrag C50 ist schon konstruiert Antworten mit Zitat
Hallo in die Runde,

ich habe die C50 schon in 1:45 konstruiert. Ein erster Prototyp entsteht gerade auf einem Roco-Taurus-Fahrgestell.

und


Die finale Variante habe ich bei Shapeways drucken lassen.


http://thorhauer-eisdorf.de/0e2016/blog/2019/02/06/c-50-und-ba-k-sind-fertig-konstruiert/

Soweit in Kürze. Bei Intersse mehr

Ulrich Thorhauer

_________________
Meine Webseiten:
www.thorhauer-eisdorf.de
www.schmalspurbahn-in-polen.de
www.pommernmodule.de
www.schmalspurbilder.thorhauer-eisdorf.de
08.09.2019, 21:33 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen ICQ-Nummer
etd
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Alter: 51
Anmeldungsdatum: 15.02.2010
Beiträge: 34
Wohnort: Etten-Leur, Nederland

Beitrag Antworten mit Zitat
Ansonst können Sie Freecad nutzen. Auch dies ist ein Kostenlose 3D Grafikprogramm. Der macht auch direkt G-code.
www.freecadweb.org/wiki/User_hub

Ein billige H0e Modell von diese Lok gibt es bei Modellbau-Unikate.
https://www.modellbau-unikate.de/index.php?cPath=6

Ed
09.09.2019, 06:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Claus60
begeisterter Schreiber


Alter: 59
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 332
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Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo.
Danke für das Feedback.
An Hobby 45. Die Ausschneidebögen kenne ich und ich habe vor ein paar Jahren auch schon mal 2 Modelle zusammengeklebt. Das war bei meinen Plänen zum Einstieg in Spur 0e. Bevor ich meine erste 0e Lok bekommen habe, diente das Karton Modell als Platzhalter und um einen Eindruck von den Proportionen zu bekommen

An Michael, Schau ich mir mal an.

An Bastian. Fusion 360 wäre natürlich der Königsweg. Aber, so weit ich das verstanden habe, arbeitet Fusion 360 in der Cloud. Leider ist meine Internet Verbindung grausam schlecht, unzuverlässig und langsam. Ich fürchte, ein produktives Arbeiten in der Cloud ist hier auf dem platten Land nicht möglich. Deutschland ist, was die Internet- Infrastruktur in der Fläche angeht, irgendwo auf "3. Welt" Niveau. Selbst Rumänien oder noch peinlicher, Albanien hat ein deutlich besser ausgebautes Netz als das ach so fortschrittliche und reiche Deutschland. Wirklich erbärmlich. Leider bleiben mir dadurch viele Möglichkeiten verwehrt, die man mit "normalem" Internet sonst hätte. Sowas wie Netflix oder T-Entertain oder auch Cloud- basierte Software... Nichtsdestotrotz werde ich mir das mal Anschauen. Vielleicht geht da ja doch was.

An Ulrich. Ja ist sehr interessant. Auch wenn ich "meine" C50 eher aus Fräs- und Lasercut- Teilen aufbauen möchte. Ich habe zwar auch einen billigen 3D Drucker, aber die Ergebnisse sind mir für Modelle einfach zu schlecht. Um Servo- Halterungen oder andere "Nutzteile" zu drucken, dafür ist der Geetech I3 Pro voll brauchbar. Aber für Details, wie sie in 1:45 nötig sind, müsste man immer auf externe Dienstleister ausweichen, etwas, das ich eigentlich (vor allem aber nicht nur aus Kostengründen) vermeiden will. Erst wenn sich mal ein Resin Drucker zu mir verirrt, dann kann man auch verstärkt 3D Drucke für "echte" Modelle verwenden. Phantastisch wäre es natürlich, wenn ich mal einen Blick auf deine Konstruktionsdaten werfen könnte. Könnte mir viel Arbeit ersparen.

An Ed. Freecad steht ohnehin auf meiner Liste. Das wäre, ähnlich wie Fusion360 eine Komplett- Lösung für alles, 2D und 3D Konstruktion und Fertigung. Freecad ist aber nicht ganz so leicht zu erlernen, da es sich mehr an erfahrene Konstrukteure wendet. Und ich bin blutiger Anfänger. Deswegen habe ich da ein etwas mulmiges Gefühl. Das H0e Modell kenne ich sogar schon. Ist nur leider nicht mein Maßstab... In H0e ist die C50 aber fast so winzig und niedlich wie die Busch H0f Fahrzeuge... H0e/f ist aber definitiv zu klein für meine tattrigen Hände und nicht mehr so ganz optimalen Augen...

Ein Kollege aus dem Stummi- Forum hat viele Fotos von diversen Original- C50, die er mir gerade per Email zukommen lässt. Daraus werde ich mir die Komponenten so zusammen suchen, wie es mir am besten passt. Es gibt C50 mit Regenrinnen und auch welche ohne. Manche C50 haben flache Kühlergrills, andere deutlich vorstehende. Es gibt Loks mit außen oder auch mit innen liegender Federung. Die Türen am Motor Vorbau gibt es in unzähligen Varianten. Es gibt sogar eine C50 mit abgeschrägten Vorbauten. Die sieht aber irgendwie komisch aus, zumindest wenn man sich an die "Klötzchen- Form" der C50 gewöhnt hat. Nach meinem Urlaub werde ich daraus auch eine Bilder- Galerie zusammen stellen. Die Erlaubnis seine Fotos zu verwenden, habe ich. Dann werde ich das auch tun.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)ein Modellbahn- Blog
09.09.2019, 09:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
GMWE
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 11.03.2011
Beiträge: 450
Wohnort: Thüringen

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Claus60 hat Folgendes geschrieben:
...Auch wenn ich "meine" C50 eher aus Fräs- und Lasercut- Teilen aufbauen möchte. ...Aber für Details, wie sie in 1:45 nötig sind,
müsste man immer auf externe Dienstleister ausweichen, etwas, das ich eigentlich (vor allem aber nicht nur aus Kostengründen) vermeiden will.


Kann sein, daß das jetzt etwas O.T. ist. Aber mir erschließt sich überhaupt nicht, wie für ein einzelnes Modell eines Triebfahrzeuges
solche weiträumigen digitalen Umwege gegangen werden müssen. Du willst die C50 doch nicht in Serie herstellen!
Klar, wer sich eine CNC-Fräse selbst baut, will sie auch mal ausprobieren. Und wenn dann noch passende Teile von der Maschine fallen
ist alles gut.
Insgesamt zeigt dieser Thread aber sehr deutlich, wohin sich die Modellbauerei bewegt:
Softwaregesteuerte Maschinen ersetzen weitgehend manuelle Fertig- und Fähigkeiten, die, das zeigt die Praxis, bei den meißten
Heranwachsenden sowieso schon nicht mehr vorhanden sind.
Ergebnis: Weder die Steuerungssoftware für die Maschinen noch die handwerklichen Fertigkeiten werden zufriedenstellend beherrscht.
Sicht- und lesbar in allen einschlägigen Foren. Einzelkönner ausdrücklich ausgenommen.

Schöne, neue Modellbauwelt!

Gruß, Peter
09.09.2019, 10:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Claus60
begeisterter Schreiber


Alter: 59
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Beiträge: 332
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Hallo Peter.
Ich habe zittrige Hände und nicht mehr so besonders gute Augen. Deswegen würde ich solche Eigenbauten rein handwerklich (also mit Feile, Cutter und Lineal) keinesfalls hin bekommen können.

Außerdem kann ich nicht besonders gut mit Metall umgehen. Der Weg über geätztes Messingblech steht mir also auch nicht wirklich zur Verfügung. Und auch dafür müsste man die Vorlagen ja zeichnen, was ich unter allen Umständen sowieso am PC machen würde (von wegen und zittrige Hände, da werden Zeichnungen per Hand nicht so wirklich gut). Das Ätzen selbst würde ich vielleicht sogar noch hin bekommen. Vor 20-30 Jahren haben wir gelegentlich mal Platinen selbst geätzt, von daher sind da gewisse Kenntnisse vorhanden, wie das Ganze abläuft. Aber die Verarbeitung des geätzten Bleches zu einem ansehnlichen Modell würde mir vermutlich nicht gelingen. obwohl ich auch das mal probieren möchte. Ich habe ein Blech- Bausatz von A1 Models aus England hier liegen, der auf ein Bachmann Fahrwerk aufbaut. Aber aktuell traue ich mich da noch nicht wirklich ran...

Also bleiben mir nur 2 Alternativen. Entweder gar nichts selbst bauen oder eben mit CNC Fräse, Lasercutter und 3D Drucker. Da entscheide ich mich dann doch für die zweite Variante. Die Arbeit am PC, zu der das ständige Lernen von neuen Dingen gehört, macht mir wirklich Spaß und so kommt dabei auch noch etwas "Handfestes" raus. Selbst gefräste oder gedruckte Teile sind dabei immer etwas Besonders und nicht zu vergleichen mit Teilen vom Dienstleister, selbst wenn die eigentlich besser wären. Auch wenn das "Selbstgemachte" nicht so gut ist wie das "Gekaufte", so bereitet es, mir zumindest, doch deutlich mehr Vergnügen. Und darauf kommt es letztendlich bei einem Hobby an, denke ich.

Außerdem, wenn die C50 tatsächlich gut werden sollte (das steht aber in den Sternen), was spricht dagegen, den einen oder anderen Teilesatz für Kollegen anzufertigen sofern das jemand möchte? Die Roco Köf3 ist in Massen produziert worden und deswegen immer billig zu bekommen. Wenn ich die Konstruktion stehen habe, kann es durchaus sein, das ich für mich selbst auch noch eine zweite oder gar dritte C50 baue. Es gibt ja unzählige Varianten, so das es nicht so schnell langweilig wird...

Und ganz ehrlich, lieber so eine "schöne neue Modellbauwelt" als gar keine. Wenn man überhaupt Nachwuchs für das Hobby begeistern kann, dann mit High-Tech und "coolen" Maschinen. In meinem Umfeld interessiert sich kaum jemand für Modellbau. Und wenn, das haben sie eine fertig gekaufte Drohne, an der sie keinen Handschlag selbst haben tun müssen. Aber wenn die was von 3D Drucker oder noch deutlich imposanter, weil seltener, von einer CNC Fräse hören, dann sind sie sofort viel interessierter.

Statt T3 muss es ICE3 sein. Der gute alte Regeltrafo hat, obwohl tadellos funktionierend, ausgedient und muss der App- Steuerung weichen, auch wenn ein Knopf als Geschwindigkeitsregler immer eine bessere "Haptik" verspricht als ein Wischer auf einem Display. Aber anders geht es nicht mehr, wenn unser Hobby überhaupt irgendwie überleben soll. Die Welt ändert sich extrem schnell, schneller als die meisten Menschen sich überhaupt an die Veränderungen anpassen können.

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Danke fürs lesen, Claus

(M)ein Modellbahn- Blog
09.09.2019, 12:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
ujaudio
begeisterter Schreiber


Alter: 62
Anmeldungsdatum: 07.06.2010
Beiträge: 235
Wohnort: Konstanz

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Hallo Claus,

ich kann dir fast 100%ig zustimmen. Wenn man aber wie ich die Chance hat, "non-App"-Aktivitäten mit seinen Enkelkindern zu unternehmen und man sieht wie viel Spaß und Begeisterung ein 6-Jähriger entwickelt, wenn er mal mit Opa sägen, feilen und schrauben (Holz) darf, dann kann man sicher sein, das man zumindest mal ein zartes Pflänzchen gepflanzt hat. Wie es sich entwickelt muss man sehen. Nebenbei: mein Enkel beherrscht auch Skype auf dem Smartphone, um mit dem anderen Opa zu kommunizieren.

So jetzt ist es zumindest von meiner Seite aus Schluss mit OT, ich freue mich über weiteres von der C50!

Einen lieben Gruß
Jürgen
09.09.2019, 13:29 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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