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Aigle-Leysin-Bahn (AL), Spur 0e Güterwagen K2 51 aus Karton
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Aigle-Leysin-Bahn (AL), Spur 0e Güterwagen K2 51 aus Karton
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Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
Wohnort: Schweiz

Beitrag Aigle-Leysin-Bahn (AL), Motorwagen BCFe 1/4 41 Antworten mit Zitat
Hallo Michael

Danke für die Blumen!

In folgendem Buch gibt es viele Bilder und Zeichnungen bezüglich des Thema:

- Michel Grandguillaume, Gérald Hadorn, Sébastien Jarne, Jean-Louis Rochaix: Voies étroites du Chablais. BVA (Bureau vaudois d’adresses), Lausanne 1990. ISBN 2-88125-007-6

Das durch den heutigen Verlag Editions La Raillère vertriebene Buch ist leider vergriffen und nur mit viel Glück erhältlich. Ich habe mein Buch vor Jahren bei einem motivierenden Besuch der Schinznacher Baumschulbahn (SchBB) auf dem Areal der Baumschule Zurlauf in Schinznach-Dorf im Kanton Aargau in dessen Souvenirshop günstig erworben. Wahrscheinlich hat eine der französischen Sprache nicht mächtige Person dieses Buch dort gespendet.

Zum Motorwagen BCFe 1/4 41:

Idee Der im Jahre 1900 durch SIG und die CIEM, einer Vorgänger Gesellschaft von Sécheron, erbaut Motorwagen wurde ursprünglich als CFe abgeliefert. 1946 wurde dieser im Zusammenhang mit der Gesamterneuerung der Aigle-Leysin-Bahn (AL) ausser Betrieb gesetzt und abgebrochen.

Die wichtigsten technischen Daten lauten wie folgt:

- Länge über Kupplung: 12'080 mm
- Länge über Wagenkasten: 11'400 mm
- Stundenleistung: 35 PS
- Stromsystem: 650 V Gleichstrom
- Leergewicht: 12,8 t
- Höchstgeschwindigkeit als Selbstfahrer im Adhäsionsbereich: 25 km/h
- Sitzplätze: 8 in der 2. Klasse, 28 in der 3. Klasse
- Kupplung: Trompetenkupplung mit Fallhaken

Das im Forum bereits auf geschaltete Bild, wie auch eine entsprechende Skizze (Seitenansicht), befindet sich auf Seite 124 im erwähnten Buch Voies étroites du Chablais. Dort findet sich auch die Auflösung zur genauen Herkunft des Bildes: Es stammt von Willy Bögli* (1916-1994) und zeigt den Motorwagen im Jahre 1939 auf dem Bahnhofplatz in Aigle. Die Angaben der Internetseite http://aabahn.jimdo.com/ sind somit nicht ganz korrekt...

Ähnliche Motorwagen in offener und geschlossener Abteilwagen Bauweise mit Holzverschalung hatte auch die benachbarte Bex-Villars-Bretaye-Bahn (BVB). Die Aigle-Leysin-Bahn (AL) hatte das Konzept der motorisierten Beiwagen bis zur technischen Sanierung im Jahre 1946 nicht weiterverfolgt und auf normale Beiwagen, ebenfalls in offener und geschlossener Abteilwagen Bauweise gesetzt, wie wir diese auch von der Wengernalpbahn (WAB) oder der Schynige Platte-Bahn (SPB) im Berner Oberland her kennen.

* Siehe auch Artikel von Robert Ganz und Werner Bögli Der Modellbauer Willy Bögli und seine Arbeiten, Tram- und Bergbahnmodellbau in der Rubrik Modellbahngeschichte der LOKI (Zeitschrift) Nr. 1, 2014, Seiten 78 bis 85 beziehungsweise http://www.loki.ch/article/article.php3?art=563 Bonus LOKI 01/2014, Rubrik Modellbahngeschichte, Willy Böglis Modellbauschaffen mit sonst kaum bekannten Schmalspurmodellen.

Liebe Grüsse

Benutzer Schönegg


Zuletzt bearbeitet von Schönegg am 20.03.2014, 12:35, insgesamt einmal bearbeitet
19.04.2013, 13:45 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Michael
Schreiber


Alter: 41
Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 49
Wohnort: Ettiswil, Schweiz

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo Michael

Hmm... Wenn Du schreibst, dass Dich der Triebwagen zu einem Lasermodell verführen könnte, dann könnte es mich verführen, Dich zu fragen, ob Du denn mehrere davon machst? Falls Du die Frage mit JA beantworten würdest, dann müsstest Du mindestens 2 davon machen Sehr glücklich .
Ich plane nämlich auf meiner Modulanlage noch eine Nebenbahn der Nebenbahn wo ausschliesslich mit Triebwagen gefahren wird. Und so wäre die Mondseekuh dann auch nicht mehr ganz alleine...

Bis spätestens in Stromberg, freue mich auf Euch alle,

Michael

_________________
Liebe Grüsse aus der Schweiz,

Michael

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20.04.2013, 12:23 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
teetrix
begeisterter Schreiber



Anmeldungsdatum: 31.10.2007
Beiträge: 1839
Wohnort: Rhein-Main

Beitrag Antworten mit Zitat
Hallo,

erstmal Danke an Schönegg für die Maße und Hinweise.

Und was den zweiten Triebwagen angeht - ich hab' da ja immer das Problem, daß aus meinen Modellen automatisch ein Bausatz wird Winken Vielleicht reden wir mal in Stromberg drüber...

Viele Grüße
Michael
20.04.2013, 16:36 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Michael
Schreiber


Alter: 41
Anmeldungsdatum: 27.11.2006
Beiträge: 49
Wohnort: Ettiswil, Schweiz

Beitrag Antworten mit Zitat
Guten Abend Michael
Ja, ich freue mich auf die Diskussionen. Vielleicht ergibt sich noch die eine oder andere Idee.
Bis dann, liebe Grüsse, Michael

_________________
Liebe Grüsse aus der Schweiz,

Michael

http://www.null-e.ch

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20.04.2013, 21:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden Website dieses Benutzers besuchen
lokonaut
Administrator


Alter: 46
Anmeldungsdatum: 02.01.2007
Beiträge: 1596
Wohnort: Gernsheim

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Hallo Triebwagenmacher,

haltet mich bitte auf dem Laufenden - der Kasten könnte mir auch gefallen.
Wenn was draus werden sollte: Für ein paar 3D-Teile hätte ich in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich etwas Zeit.
Stromberg sieht bei mir aber leider schlecht aus.

Jetzt hab ich es doch glatt vor lauter Triebwagen ganz vergessen: Danke für die Fortsetzung des anregenden Bauberichtes.

_________________
Viele Grüße

Alexander
20.04.2013, 21:50 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
Wohnort: Schweiz

Beitrag Aigle-Leysin-Bahn (AL), BCFe 1/4 41 und CF2 21 Antworten mit Zitat
Hallo Zusammen

Schön, dass Euch der Monster Motorwagen BCFe 1/4 interessiert. Meinerseits besteht hier auch ein sehr grosses Interesse.

Nur steht in meiner Prioritätenliste, die auch viele Themen ausserhalb der Eisenbahn und Modelleisenbahn beinhaltet, auch ein anderer Monster Motorwagen, der seit Jahren im Bau ist. Bevor dieses Monster zumindest fahrbar ist, möchte ich kein anders derartiges Projekt beginnen. Suche nach einem allfälligen original Plan in den Archiven inklusive. Es sei denn, Ihr oder wer auch immer, könnte mich dennoch dazu motivieren diesbezüglich etwas zu Unternehmen. Ich möchte Euch nämlich nicht einfach so einen Korb geben.

Geschockt Zudem gibt es da noch ein anderes sehr interessantes Fahrzeug, von dem noch ein Stück bei der Museumsbahn Blonay-Chamby (BC) in der Westschweiz, in einem ausserordentlich guten Zustand erhalten geblieben ist. Ein winzig kleiner Abteilwagen mit Gepäckapteil, den CF2 21 aus dem Jahre 1900.




Bild: Abteilwagen mit Gepäckabteil CF2 21 mit Baujahr 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL) bei der Museusbahn Blonay-Chamby (BC) in Chamby-Musée (Chaulin) im Sommer 2010. Links im Hintergrund die Kastendampflokomotive G 2/2 4 Rimini ebenfalls aus dem Jahre 1900 (Krauss 4278). Quelle: http://s12.postimg.org/r6s8el3vh/image0610.jpg Beziehungsweise http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Blonay-Chamby_Aigle-Leysin-Bahn_-_21_-_01.jpg

Liebe Grüsse und noch einen schönen Sonntag

Benutzer Schönegg
21.04.2013, 10:53 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
Wohnort: Schweiz

Beitrag Aigle-Leysin-Bahn (AL), Spur 0e Güterwagen K2 51 aus Karton Antworten mit Zitat
Hallo Zusammen

Nach dem wir berechtigterweise, es gehört ja auch zum Thema, etwas vom Bau des Güterwagens abgewichen sind, beiliegend die wichtigsten Informationen zum nächsten Schritt, dem Bau des Untergestelles.



Bild: Zeichnung der Bauteile für das Untergestell des Güterwagens integriert in die Montagezeichnung des Untergestelles. Der Raster im Hintergrund entspricht einem Millimeter. Quelle: http://s22.postimg.org/451ayx74h/image0170.png, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Auf der Zeichnung habe ich die wichtigsten Masse eingetragen. Diese sind wichtig, Beispielsweise bei der Verwendung von Spur 0e Radsätzen aus dem Fleischmann Magic Train Programm.

Nachdem die Bauteile auf 1 mm dicken Graukarton aufgezeichnet wurden, sind diese wiederum sorgfältig auszuschneiden und dann zu Montieren.



Bild: Bauteile des Untergestelles des Spur 0e Güterwagens nach dem Vorbild des K2 51 aus dem Jahre 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL). Quelle: http://s8.postimg.org/wdl2llbo5/image0180.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Die Blau gezeichneten Teile habe ich aus Streifen geschnitten. Es macht keinen Sinn diese einzeln aus einem Karton herauszuschneiden. Das Orang gezeichnet Teil entspricht dem Wagenboden des Güterwagens.



Bild: Montierters Untergestell des Spur 0e Güterwagens, nach dem Vorbild des K2 51 aus dem Jahre 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL). Quelle: http://s23.postimg.org/tw0mhp5jv/image0190.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Auf dem Bild, obschon in Schwarzweiss und nicht in Farbe, ist schon gut sichtbar, das der Wagenkasten schon einmal mit einer weissen Farbe grundiert wurde. Die beiden Trittbretter konnte ich noch nicht montieren, denn noch fehlt die dazu notwendigen Drahtbiegeteile.

Bezüglich des Weiterbaus geht es im nächsten Beitrag meinerseits zum Thema Bau des Güterwagens vorwiegend um Drahtbiegeteile. Wir werden nämlich zum Fertigstellen des Güterwagens, neben einigen falls nicht bereits in der Bastelkiste vorhanden, käuflichen Teilen wie Radsätze und Kupplungen, Messingdraht mit einem Millimeter Durchmesser brachen und natürlich Acrylfarbe. Der Anstrich wie auch die Montage der Drahtbiegeteile, kann nämlich weitgehend Zeitgleich erfolgen.

Noch eine schöne Woche und bis zum nächsten Mal.

Benutzer Schönegg
22.04.2013, 12:07 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
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Beitrag Aigle-Leysin-Bahn (AL), Spur 0e Güterwagen K2 51 aus Karton Antworten mit Zitat
Hallo Zusammen

Nun geht es wie bereits erwähnt an die Drahtbiegeteile. Diese werden mit Messingdraht von 1 mm Durchmesser hergestellt.



Bild: Zeichnung der Drahtbiegeteile für den Güterwagen. Der Raster im Hintergrund entspricht einem Millimeter. Quelle: http://s24.postimg.org/os3fh7sh1/image0200.png, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Es ist nicht ganz einfach diese Teile möglichst genau herzustellen. Nicht die Geduld verlieren. Hier zeigt sich einmal mehr, dass es von Vorteil ist mehrere Güterwagen gleichzeitig herzustellen.

Das Herstellen der Zeichnungen und der Bilder ist aber auch nicht ohne. Manchmal frage ich mich, ob denn die Herstellung der Güterwagen oder aber der Beitrag hier im Forum, wie erwähnt mit der Erstellung der Zeichnungen und der Bilder, mehr zu tun gibt.



Bild: Drahtbiegeteile ausgelegt gemäss der vorangehenden Zeichnung für ein Spur 0e Güterwagen, nach dem Vorbild des K2 51 aus dem Jahre 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL). Quelle: http://s13.postimg.org/paa7nlr6v/image0210.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Ich habe es geschafft!

Wie diese Teile zusammen gelötet und an den Güterwagen montiert werden, folgt in einem folgenden Beitrag.

Liebe Grüsse und noch einen schönen Abend

Benutzer Schönegg
30.04.2013, 17:24 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
Wohnort: Schweiz

Beitrag Aigle-Leysin-Bahn (AL), Spur 0e Güterwagen K2 51 aus Karton Antworten mit Zitat
Hallo Zusammen

Nun geht es ans Löten. Die folgende Skizze und das folgende Bild mögen Ihnen dabei hilfreich sein.



Skizze der zusammengelöteten Drahtbiegeteile für den Güterwagen. Der Raster im Hintergrund entspricht einem Millimeter. Quelle: http://s15.postimg.org/idvu7z3nf/image0220.png, eigenes Bild des Benutzer Schönegg



Bild: Zusammengelötete Drahtbiegeteile für den Güterwagen. Quelle: http://s4.postimg.org/7y6s3pzst/image0250.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Nun können die Teile montiert werden.

Ein erster Eindruck möge die beiden folgenden Bilder geben, die von Reparaturarbeiten an meinem offenen Güterwagen L2 71 der Aigle-Leysin-Bahn (AL) stammen. Ja, auch Eigenbaumodelle brauchen ihren Unterhalt, wenn diese denn regelmässig im Betrieb sind.

Einerseits war einer der beiden Handbremshebel abgebrochen. Zwei Handbremskubeln, da die Aigel-Leysin-Bahn (AL) ja eine Zahnradbahn ist. Beim Vorbildfahrzeug ist die eine Kurbel bestimmt für die Adhäsionsbetrieb, also das Bremsen der Räder, die andere Kurbel ist für das Bremsen des sich auf der talseitigen Achse befindenden Bremszahnrades bestimmt.



Bild: Neue festgeklebte Handbremskurbel auf der Plattform des des sich in Reparatur befindenden offenen Güterwagens für die Spur 0e L2 71 aus dem Jahre 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL), der schon zu Beginn des Artikels gezeigt wird. Quelle: http://s18.postimg.org/oj3xmi0yh/image0260.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg



Bild: Offener Güterwagen für die Spur 0e L2 71 aus dem Jahre 1900 der Aigle-Leysin-Bahn (AL) von Unten. Das Bremsgestänge wird nach etwa zehn Jahren nachgerüstet. Quelle: http://s21.postimg.org/cp2lwcs2v/image0270.jpg, eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Lachen Findige Modelleisenbahner und Modelleisenbahnerinnen müssten nun bereits den geschlossenen Güterwagen K2 51 fertig bauen können. Aus der Skizze zu Beginn des Artikels ist einerseits ersichtlich wie die Drahtbiegeteile montiert werden. Aus dem vorangehenden Bild wie dieser im Bereich des Untergestell fertiggestellt wird.

Wenn alles Rund läuft, wir in einem der folgenden Beiträge erst die Aigel-Leysin-Bahn (AL) als gesamtes in einem Kurzbericht beschreiben, dann werde ich die Bilder des mit den Drahtbiegeteilen versehenen Güterwagens aufschalten.

Liebe Grüsse und eine schöne Auffahrtswoche.

Benutzer Schönegg
06.05.2013, 10:27 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Schönegg
aktiver Schreiber



Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 63
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Beitrag Bahnstrecke und Geschichte der Zahnradbahn Aigle-Leysin (AL) Antworten mit Zitat
Hallo Zusammen

Vor der Fertigstellung des Güterwagens K2 51, erst noch das Wichtigste zur Aigle-Leysin-Bahn (AL), französisch: Chemin de Fer Aigle-Leysin. Ich denke dies macht für Dritte durchaus Sinn, hier an dieser Stelle eine entsprechende Zusammenfassung über die Eisenbahngesellschaft in deutscher Sprache einzufügen, wo unser Güterwagen zuhause war. Sind doch die entsprechenden im Internet aufzufindenden Informationen eher dürftig oder aber in französischer Sprache.


Aigle-Leysin-Bahn (AL)



Bild: Aigle-Leysin-Bahn (AL) wie wir sie zu kennen glauben. Das Bild zeigt einen Pendelzug bestehend aus einem Triebwagen für gemischten Adhäsions- und Zahnradbetrieb BDeh 4/4 und einem dazugehörenden Bt aus dem Jahre 1966, im lange Zeit verwendeten braun/crèmen Anstrich mit einer schwarzen Trennlinie. Aufgenommen ist der Pendelzug jedoch nicht auf der Bahnstrecke von Aigle nach Leysin, sondern auf der Bahnstrecke von Aigle über Le Sèpey nach Les Diablerets, wo er aushilfsweise im Einsatz ist, noch in der Stadt Aigle, in unmittelbarer Nähe des Schloss Aigle, Französisch Château d'Aigle. Quelle: http://s16.postimg.org/yfrxvmq39/image0520.jpg , commons.wikimedia.org/wiki/File:Trains_de_lAigle-Leysin_sur_la_ligne_de_lAigle_Sepey_Diablerets_(5)_720x540px.jpg und commons.wikimedia.org/wiki/File:Trains_de_lAigle-Leysin_sur_la_ligne_de_lAigle_Sepey_Diablerets_(5).jpg , Bild des flickr Benutzers trams aux fils http://www.flickr.com/search/?q=trams+aux+fils .

Die Geschichte der Aigel-Leysin-Bahn hängt stark im Zusammenhang mit der Entwicklung des Fremdenverkehrs in der Gegend. Primär natürlich mit dem damaligen Kurort Leysin, wo 1890 das erste Sanatorium eröffnet wurde.

Die Verkehrsverhältnisse waren vorher nicht gerade konfortabel, verkehrte doch die Postkutsche in 3 1/2 Stunden von Aigle über Le Sépey nach Leysin.

Am 5. Mai 1900 wurde die Strassenbahnstrecke von Aigle über Aigle-Dépot direkt zu Grand Hôtel d'Aigle eröffnet.

Am 15. November 1900 wurde die Zahnradbahnstrecke von Aigle-Dépot nach Leysin-Feydey eröffnet. Die Reisezeit mit der Bahn von Aigle nach Leysin reduzierte sich nun auf etwa eine Stunde. Der anfänglich bescheidene Betrieb erlebte mit der Bautätigkeit in Leysin eine stürmische Entwicklung. Wurde doch das von extern zu Beschaftende Baumaterial und Beispielsweise auch die Kohle zum Heizen der Hotels und Sanatorien weitgehend mit der Bahn nach Leysin hoch transportiert.

Am 18.12.1914 fuhren die ersten Züge über den neu erstellte doppelspurigen Bahnstreckeabschnitt von Leysin-Village nach Leysin-Feydey. Um ein geringeres Gefälle im Bereich des eine Haltestelle ersetzenden Bahnhofneubaues in Leysin-Village zu haben, wurde die Strecke mit einem in einem Bogen gelegenen Viadukt künstlich verlängert. Der doppelspurige Viadukt ist noch Heute das Merkmal der Aigle-Leysin-Bahn. Dieser mit erheblichen Kosten verbundene Ausbau wurde vollständig aus Eigenmittel finanziert. Der Gewinn des Bahnunternehmens war derart hoch, das etwas unternommen werden musste, um die daraus resultierende Steuerlast und Gewinnausschüttungen zu Reduzieren. Da damals die Steuerhinterziehung auf dem Bahamas, oder wo auch immer, noch nicht gängig war, wurde kurzerhand das Geld Lokal ausgegeben. Der doppelspurige Ausbau war rein dadurch bedingt, dass der Gewinn reduziert werden konnte. Bis Heute ist dieser Doppelspurabschnitt aus betrieblichen Gründen nicht notwendig.

Am 8. September 1915 wurde die Bahnstreckenverlängerung von Leysin-Feydey zum Grand Hôtel de Leysin zeitgleich mit der Eröffnung eines Bahnhofneubaus in Leysin-Feydey in Betrieb genommen. Am selben Tag wurde auch die Doppelspurstrecke zwischen Leysin-Village und Leysin-Fendey offiziell eröffnet.

Mit der Eröffnung des Bahnstreckenabschnittes von Aigle nach Le Sépey durch die Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn (ASD) am 22. Dezember 1913, sowie durch den starken Rückgang des Tourismus infolge des ersten Weltkrieges, begannen schwere Zeiten für den Strassenbahnstreckenabschnitt von Aigle-Dépot zum Grand Hôtel d'Aigle. Die Aigle-Sépey-Diablerets Bahn durchquerte nicht nur die Stadt Aigle einige Strassenzüge weiter Östlich als die Aigle-Leysin-Bahn. Nein, die Bahngesellschaft eröffnete auch noch nur etwa Hundert Meter vom Grand Hôtel d'Aigle entfernt, eine eigene Haltestelle mit dem Namen Grand Hôtel d'Aigle, dies unmittelbar vor dem gleichnamigen Tunnel Seite Aigle. Dies Haltestelle wie auch der Tunnel existieren im Gegensatz um Grand Hôtel d'Aigle auch Heute noch. Wobei die Haltestelle vor kurzem in Aigle-Parc Aventure um bezeichnet wurde.

Am 31. August 1932 war dann Schluss mit dem Strassenbahnbetrieb der Aigle-Leysin-Bahn. Der Strassenbahnbetrieb zum Grand Hôtel d'Aigle wurde eingestellt. Im Jahre 1934 wurde auch das Hotel geschlossen. Abgebrochen wurde das Hotel, wie auch die Strassenbahnlinie von Aigle-Dépot zum Hotel, jedoch erst im Jahre 1945. Wovon unter Abgebrochen zu verstehen ist, dass nichts mehr anzutreffen ist, ausser die klar erkennbare Ebene des Hotelareals und offensichtlich auch der Kapelle des Grand Hôtel d'Aigle.



Kartenausschnitt der Region Vevey-Montreux, Aigle, Bex und Monthey. Auf der Karte sind die vier Bahnstrecken der Heutigen Transports Publics du Chablais (TPC) gut sichtbar. Quelle: http://s10.postimg.org/86ezwhrw9/image0590.png , Kartenausschnitt bearbeitet durch den Benutzer Schönegg für den Schmalspurtreff auf Grundlage der Daten des Bundesamtes für Landestopografie swisstopo http://www.swisstopo.ch und http://www.swissgeo.ch .

Mit der Inbetriebnahme der drei Autorails ABDeh 2/4 201 bis 203 im Jahre 1946 wurde der Fahrzeugpark, der in den vorangehenden Jahren stetig angewachsen war, grundlegend erneuert. Die drei Autorails (Triebwagen, Leichttriebwagen, Schienenbus oder wie sich ein solches Fahrzeug auch immer auf Deutsch bezeichnet) waren nun in der Lage, in etwas mehr als einer halben Stunde, alleine von Aigle nach Leysin durchgehend zu fahren. Gleichzeitig wurde auch die Betriebsspannung von 650 auf 1300 Volt Gleichstrom verdoppelt und das Stromabnahmesystem vom Trolleysystem auf Phantographen umgestellt.

Im Jahre 1966 wurden die erste Klasse aufgehoben und der Fahrzeugpark mit zwei Pendelzügen bestehend aus den Triebwagen BDeh 4/4 301 und 302 und den Steuerwagen Bt 351 und 352 ergänzt. Diese Pendelzüge waren so ausgelegt, dass diese auch aushilfsweise auf der Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn eingesetzt werden konnten. Von dieser Möglichkeit zur Aushilfe wird bis Heute rege Gebrauch gemacht.

1975 schlossen sich die Aigle-Leysin-Bahn (AL), die Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn (ASD) und die benachbarte Bex-Villars-Bretaye-Bahn (BVB) zur Transports Publics du Chablais (TPC) zusammen. Transports Publics du Chablais sinngemäss auf Deutsch übersetzt lautet: Transportunternehmen des öffentlichen Verkehrs der Regio Chablais. Im Jahre 1976 schloss sich noch die Aigle-Ollon-Monthey-Chambéry-Bahn (AOMC) dazu. Lange Zeit hatte dieser Zusammenschluss der vier Bahnunternehmen auf den Bahnbenutzer keinen direkten Einfluss. Alle Bahngesellschaft behielten ihre charakteristischen Merkmale bei. So im Besonderen ihren weitgehend aus technischen Gründen bedingten eigenständigen Fahrzeugpark mit dem jeweiligen eigenständigen Erscheinungsbild.

Ende der 1980er Jahren kam es dann zu einer ersten gemeinsamen Fahrzeugbeschaffung unter der Ära des neuen Transportunternehmens. Die in den Jahren 1987 und 1993 beschafften drei neuen Pendelzüge, bestehend aus den Treibwagen BDeh 4/4 311 bis 313, ehemals 302 bis 305, sowie den Steuerwagen Bt 361 bis 363, ehemals 353 bis 355, ergänzen fortan den Fahrzeugpark der Aigle-Leysin-Bahn. Auch diese Pendelzüge könnten auf der Aigle-Sépey-Diablerets-Bahn verkehren. Dies kommt aber in der Praxis nur in Ausnahmen vor.



Bild: Pendelzug aus dem Jahre 1987/1993 bestehend aus einem Triebwagen für gemischten Adhäsions- und Zahnradbetrieb BDeh 4/4 und einem dazugehörenden Steuerwagen Bt. Das Bild zeigt den Pendelzug in Aigle mit dem neuen seit dem Jahre 2009 eingeführten hellgrünen Anstrich der Transport Publics du Chablais (TPC). Quelle: http://s21.postimg.org/7of0nm5gn/image0530.jpg , eigenes Bild des Benutzer Schönegg

Im Jahre 1999 wurde der Zusammenschluss der vier Bahngesellschaften auch im juristischen Sinne vollzogen. Jedoch erst mit der Umgestaltung und dem Neubau des völlig veralteten Bahnhofareals in Aigle, der Verlegung des Bahnstreckenabschnittes von Aigle im Bereich von Aigle nach Ollon weg von der Strasse und dem Bau einer neuen zentralen Werkstätte in Châlex, französisch: en Châlex, in unmittelbarer Nähe von Aigle, wurde der bereits seit langem bestehende Unternehmensnahme Transport Punblics du Chablais, mit seiner korrekterweise klein geschriebenen Abkürzung tpc, auch für das Publikum immer deutlicher sichtbarer.

Die Aigle-Leysin-Bahn wurde zur Linie A, oder allgemein Verständlich zur Bahnstrecke Aigle-Leysin. Die verschiedenen Farben der verschiedenen Bahngesellschaften werden bei den entsprechenden Revisionsarbeiten seit dem Jahre 2009, oder aber bei der Anschaffung neuer Fahrzeuge, die Transport Publics du Chablais betreibt auch ein ausgedehntes Autobusnetz, durch ein einheitliches Designe ersetzt. Das neue Designe stammt von Nadja Zimmerman, die damals eine Studentin der Ecole Cantonale d'Arts de Lausanne (ECAL), oder auf Deutsch Kantonale Kunstschule von Lausanne, war. Sie gewann mit der hellgrünen Musterung, die Höhenkurven einer Landkarte imitieren, ein entsprechendes Preisausschreiben. In der Westschweiz wird das entsprechende Designe Heute jedoch nicht einer Landkarte zugeordnet, sondern hat der Übernahme "la Salade" bekommen, was auf Deutsch nichts anderes als Salat heisst.

Heute (Stand 2013) hinterlassen alle vier ehemaligen Bahngesellschaften einen zeitgemässen und modernen Eindruck, wenn auch die lange Zeit angestrebte Verlängerung der Bahnstrecke von Aigle über Leysin, in das Skigebiet von La Berneuse, durch eine Volksabstimmung in diesen Jahren aufgegeben werden musste. Die Aigle-Leysin-Bahn konnte zudem die abenteuerliche einspurige Stadtdurchquerung bis Heute bewahren, was sicherlich nicht nur uns Hobby Eisenbahner bei einer Besichtigung vor Ort erfreut, sondern auch das lokale Autogewerbe.

[

Bild: Pendelzug aus dem Jahre 1987/1993 bestehend aus einem Triebwagen für gemischten Adhäsions- und Zahnradbetrieb BDeh 4/4 und einem dazugehörenden Steuerwagen Bt. Das Bild zeigt einen talwärtsfahrenden den Pendelzug oberhalb Aigle in den Rebbergen bei der Haltestelle Fontanney mit dem neuen seit dem Jahre 2009 eingeführten hellgrünen Anstrich der Transport Publics du Chablais (TPC). Quelle: http://s24.postimg.org/tf4su7br9/image0550.jpg , eigenes Bild des Benutzer Schönegg


Wichtige technische Daten:

Bahnstreckenlänge Aigle-Leysin-Grand Hôtel: 6,30 km

Strassenbahnstreckenlänge Aigle-Dépôt-Grand Hôtel d'Aigle: 0,96 km

Maximale Steigung Aigle-Aigle-Dépôt: 38 ‰
Maximale Steigung Aigle-Dépôt-Leysin-Grand Hotel: 230 ‰, Zahnstange System Abt mit zwei Lamellen

Maximale Steigung Aigle-Dépôt-Grand Hôtel d'Aigle: 98 ‰

Meterspur

Minimaler Kurvenradius: 17 m

Elektrischer Betrieb mit Gleichstrom von 1500 Volt.


Quellen:

Wo nicht anders verzeichnet, vielfältige deutschsprachige Literatur (Bücher und Zeitschriften) aus der Zeit vor 1990, französischsprachige Zeitungsartikel und die folgenden französischsprachigen BVA-Bücher:

Michel Grandquillaume, Gérald Hadorn, Sébastien Jarne, Jean-Louis Rochaix: Voies étroites du Chablais. BVA, Lausanne 1990. ISBN 2-88125-007-6

Michel Dehanne, Michel Grandquillaume, Gérald Hadorn, Sébastien Jarne, Annette Rochaix, Jean-Louis Rochaix: Chemins de fer privés Vaudois 1873-2000. Verlag La Raillère, ehemals BVA, Belmont 2000. ISBN 2-88125-011-6

Michel Dehanne, Michel Grandquillaume, Gérald Hadorn, Sébastien Jarne, Annette Rochaix, Jean-Louis Rochaix: Chemins de fer privés Vaudois 2000-2009, 10 ans de modernisation. Verlag La Raillère, Belmont 2009. ISBN 2-88125-012-5


Weiter Informationen siehe unter:

http://www.tpc.ch Transport Publics du Chablais (TPC)
http://www.sbb.ch Schweizerische Bundesbahnen (SBB), Kursbuch, Fahrplan
http://www.swissgeo.ch Bundesamt für Landestopograpfie, genaue Lage, Karten


Bis zum nächsten Mal

Benutzer Schönegg


Zuletzt bearbeitet von Schönegg am 21.05.2013, 09:40, insgesamt 2-mal bearbeitet
10.05.2013, 14:44 Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
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